EU AI Act: Die Deadline August 2026 und was Schweizer KMU jetzt tun sollten
Der EU AI Act gilt über das Marktortprinzip auch für Schweizer Unternehmen. Wen er trifft, was die Risikoklassen bedeuten und ein Fahrplan in fünf Schritten.
Der EU AI Act betrifft Schweizer KMU trotz Nicht-EU-Sitz, sobald ihre KI-Ergebnisse in der EU verwendet werden. Massgeblich ist das Marktortprinzip: Nicht der Sitz entscheidet, sondern wo die KI-Ausgabe zum Einsatz kommt.
Kurz gesagt: Wenn Ihre KI Kundinnen und Kunden in der EU bedient, gelten die Pflichten des AI Act. Die Höhe der Pflichten hängt von der Risikoklasse ab, nicht von Ihrer Unternehmensgrösse.
Trifft der EU AI Act Schweizer Unternehmen?
Ja, wenn ihre KI-Systeme oder deren Ergebnisse in der EU genutzt werden. Wie schon bei der DSGVO reicht der Marktzugang, nicht der Firmensitz. Ein Schweizer KMU, das EU-Kunden mit KI-gestützten Diensten bedient, fällt in den Anwendungsbereich. Der Zeitplan ist gestaffelt; einzelne Pflichten greifen ab 2025, weitere folgen 2026. Den offiziellen Fahrplan dokumentiert die Implementation Timeline zum AI Act.
Die Risikoklassen einfach erklärt
Der AI Act stuft KI-Systeme nach Risiko ein. Die Pflichten steigen mit der Risikoklasse:
- Verboten: Praktiken wie Social Scoring oder manipulative Systeme sind untersagt.
- Hochrisiko: etwa KI in Personalauswahl oder Kreditvergabe, mit Pflichten zu Dokumentation, Datenqualität und menschlicher Aufsicht.
- Begrenztes Risiko: Transparenzpflichten, etwa die Kennzeichnung, dass man mit einer KI interagiert.
- Minimales Risiko: die meisten Anwendungen, mit geringen Auflagen.
Dazu kommen Pflichten für Anbieter von Universalmodellen (GPAI). Wer Modelle nur einsetzt statt sie zu bauen, trägt vor allem Transparenz- und Sorgfaltspflichten.
Fünf-Schritte-Fahrplan für KMU
- Inventar: Erfassen Sie, wo im Unternehmen KI eingesetzt wird, auch die informelle Schatten-KI.
- Einstufung: Ordnen Sie jeden Anwendungsfall einer Risikoklasse zu.
- Transparenz: Kennzeichnen Sie KI-Interaktionen und dokumentieren Sie Zweck und Daten.
- Nachvollziehbarkeit: Sorgen Sie für ein Protokoll, das zeigt, was die KI getan hat.
- Governance: Legen Sie Verantwortlichkeiten, Rechte und eine interne KI-Richtlinie fest.
Eine Plattform mit lückenlosem Audit-Trail und zentraler Rechteverwaltung erleichtert die Schritte drei bis fünf erheblich. Wie das für kleine Teams aussieht, zeigt unsere Seite zu KI für KMU.
Häufige Fragen
Muss ein KMU ohne EU-Kunden etwas tun?
Direkt aus dem AI Act oft nicht, aber das Schweizer Recht und die Sorgfaltspflicht gelten weiterhin. Ein KI-Inventar und eine interne Richtlinie sind in jedem Fall sinnvoll.
Was ist mit ChatGPT im Team?
Auch der Einsatz fremder Modelle fällt unter die Transparenz- und Datenschutzpflichten. Eine bewilligte, dokumentierte Plattform ist einfacher zu kontrollieren als private Nutzung.
Hilft AIgent bei der Nachvollziehbarkeit?
Ja. Jeder Agenten-Schritt wird mit Modell, Zeit und Kosten protokolliert, sodass Sie die geforderte Nachvollziehbarkeit belegen können.